Streitschlichtung 

 

„Im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof kommt es immer wieder zu kleineren Konflikten und Streitereien. Wenn die beteiligten Kinder damit überfordert sind, zufriedenstellende Regelungen zu finden, bleiben Groll, Unstimmigkeiten und Spannungen zurück. Diese können auf mittlere und längere Sicht das Klima in der Klasse belasten." 
(BZgA: Achtsamkeit und Anerkennung)
 

 

Warum wird Streitschlichtung an Schulen durchgeführt?

Bedingt durch den gesellschaftlichen und schulpolitischen Wandel rückt das Thema Konfliktbewältigung und Gewaltprävention immer mehr in den Vordergrund. An unserer Schule bemühen wir uns, unter anderem durch das Konzept der Streitschlichtung, um einen positiven Umgang mit Konflikten. Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten ist ein wesentliches Element des sozialen Lernens. Durch Streitschlichtung kann zudem das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden.


Was genau bedeutet Streitschlichtung? 

Die Streitschlichtung basiert auf dem Konzept der Mediation, speziell auf dem Konzept der Schülermediation. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Schüler von Gleichaltrigen Regeln und Verhaltensweisen eher akzeptieren und einhalten können als von Erwachsenen (Peer-Group-Education). Bei der Mediation werden die Schüler als Streitschlichter aktiv und sollten dabei die Funktion eines unparteiischen Dritten im Streitfall annehmen. Da die Methoden der Streitschlichtung komplex sind, werden sie im Rahmen einer Unterrichtseinheit eingeübt. Die Schüler werden zu Streitschlichtern ausgebildet.   

 

Ausbildung zum Streitschlichter

In der Hanse-Grundschule Medebach werden die Streitschlichter am Ende der Klasse 3 im Rahmen des Sachunterrichts ausgebildet. Zu Beginn des vierten Schuljahres werden die Methoden der Streitschlichtung wiederholt und vertieft. Anschließend stellen die Streitschlichter ihren Aufgabenbereich in allen Klassen vor. Für die anderen Schülerinnen und Schüler sind sie durch Sicherheitwesten erkennbar.

 

In unserer Streitschlichtungsausbildung gibt es fünf Stufen:

 

1. Erklären der Regeln

  • Gesprächsregeln kennenlernen und einüben
  • Erzählstein als Hilfsmittel kennenlernen

 

2. Konflikte analysieren

  • Gefühle erkennen (Empathie)
  • Perspektivwechsel üben
  • Zuhören üben
  • Rolle als neutraler Gesprächsleiter üben

 

3. Gefühle im Streit erkennen

  • über Gefühle in Streitsituationen sprechen
  • Gefühle ausdrücken (nonverbal)
  • kreatives Darstellen von verschiedenen Gefühlen

 

4. Konfliktauslöser

  • Eisbergmodell nach Ortrud Hagedorn
  • anhand von Beispielen Ursachen für einen Streit erkennen  und benennen (Was war vor dem Streit?)

5. Lösungsvorschläge

Sinnvolle Lösungen für Konflikte sammeln und in Rollenspielen ausprobieren.

 

Literatur: Marina Götzinger/ Dieter Kirsch: Grundschulkinder werden Streitschlichter. Ein Ausbildungsprogramm mit vielen Kopiervorlagen. Verlag an der Ruhr 2004. 

 

 

 

 

 


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